Inklusion am ERΛSMUS

Einige   Schülerinnen   und   Schüler   weisen Teilleistungsstörungen   wie   z.B. ADS/ ADHS   oder   eine   Lese-   und Rechtschreibschwäche     auf.     In     der     Regel     werden     diese          Schüler     mithilfe     eines     individuellen Nachteilsausgleiches    -    wie    zum    Beispiel    das   Aussetzen    der   Anrechnung    von    Rechtschreibfehlern    - zielgleich zu den regulären Bildungsabschlüssen geführt. Hiervon   zu   unterscheiden   ist   die   zieldifferente   Förderung:   In   diesem   Fall   sind   die   Lernbarrieren   größer und   ein   Erreichen   der   Regelschulabschlüsse   nicht      möglich.   Am   ERΛSMUS   Gymnasium   wurde   im Rahmen    der    zieldifferenten    Förderung    zum    Schuljahr    2013/14        zum    ersten    Mal    eine    integrative Lerngruppe   eingerichtet   (ILG-Klasse).   Die   Klassenstärke   wurde   hierbei   auf   23   Schüler   reduziert.   Vier dieser   Schüler   haben   einen   ausgewiesenen   Förderschwerpunkt   und   werden   auf   der   Basis   individueller Entwicklungspläne   sowie   spezieller   Lehrpläne   aus   dem   Bereich   der   Sonderschulpädagogik   unterrichtet und   zu   eigenen   Schulabschlüssen   geführt.   Für   die   gymnasialen   Schüler   gelten   selbstverständlich   die gymnasialen   Standards   und   Richtlinien.   Lerndefizite   der   gymnasialen   Schüler   in   der   ILG-Klasse   sollen und   dürfen   gegenüber   den   Mitschülern   in   den   Parallelklassen   nicht   entstehen.   Um   dies   zu   gewährleisten, werden Klassenarbeiten klassenübergreifend geschrieben und die Ergebnisse miteinander verglichen. Zur   Durchführung   der   ILG-Klasse   konnte   einerseits   auf   bewährte   Module   der   zielgleichen   Förderung   am ERΛSMUS   Gymnasium   zurückgegriffen   werden,   während   andererseits   auch Aspekte   neu   entwickelt   und ausprobiert wurden: Während    in    den    Stufen    5    und    7    die    Idee    eines    gleichberechtigten    Klassenlehrertandems aufgegriffen   wurde,   besteht   dieses   Team   in   der   ILG-Klasse   aus   einer   Gymnasiallehrerin   und   einer Lehrkraft für Sonderpädagogik. In   etwa   der   Hälfte   des   Fachunterrichtes   (meist   handelt   es   sich   hierbei   um   die   schriftlichen   Fächer) unterrichtet   jeweils   ein   Fachkollege   mit   der      Unterstützung   der   Lehrkraft   für   Sonderpädagogik gemeinsam. Darüber   hinaus   wird   für   Unterrichtsstunden,   in   denen   nach   dem   aktuellen   Stundenkontingent   eine Doppelbesetzung      nicht      ermöglicht      werden      kann,      auf      unterschiedliche      Formen      des „Schülerhelfersystems“    durch    Oberstufenschüler    zurückgegriffen.    Im    Gegenzug    wird    dieses besondere soziale Engagement dieser Oberstufenschüler durch ein Zertifikat gewürdigt. In   bestimmten   Unterrichtseinheiten   wird   auf   Formen   der   Separation   zurückgegriffen.   Hierfür   eignet sich   der   zur   Verfügung   stehende   Differenzierungsraum,   welcher   über   einen   direkten   Zugang   zum Klassenraum     verfügt.     Dieser     Raum     kann     darüber     hinaus     auch     für     andere     Formen     der Binnendifferenzierung – auch der Regelschüler – genutzt werden. Für   die   Schüler   bestehen   weitere   individuelle   Fördermaterialien,   welche   sich   an   den   individuellen Entwicklungsplänen der Schüler orientieren. Einmal   in   der   Woche   ist   eine   Teamsitzung   aller   Fachkollegen   der   ILG-Klasse   vorgesehen,   um   dem aktuellen Gesprächsbedarf den notwendigen Raum zu geben. Auf   der   ersten   Klassenfahrt   sowie   in   einzelnen   Unterrichtseinheiten   wie   in   Sport   wird   in   den   ersten Wochen   der   Akzent   insbesondere   auf   Formen   der   Erlebnispädagogik   sowie   auf   teambildende Maßnahmen gelegt. Zur   Steigerung   der   Sozialkompetenz   der   Schüler   aller   Eingangsklassen   wird   im   Laufe   der   ersten Schulhalbjahres     ein     besonderes     Fußballturnier     („Newbie-Cup“)     durchgeführt,     bei     dem     die Klassenverbände   aufgehoben   werden   und   sich   somit   die   Schüler   der   Stufe   5   besser   untereinander kennenlernen. Die    bisherigen    Erfahrungen    mit    der    ILG-Klasse    sind    erfreulich.    Eine    erste    Einschätzung    nach    drei Monaten   Unterrichtsbetrieb   deutet   an,   dass   alle   Schüler   von   diesem   Modell   gemeinsamen   Unterrichts profitieren, sowohl auf der Leistungsebene als auch in der Sozialkompetenz.